Die Westerwald Bank hat unsere Lösung „CO2-Mission“ getestet

Nachhaltig sein möchte jeder – nur: Wie? Wie kann sich eine Bank stärker für die Umwelt, für die Zukunft einsetzen? Genau darüber haben wir uns Gedanken gemacht und ein Nachhaltigkeits-Angebot entwickelt, um den CO2-Footprint von Banken zu optimieren.

Bernd Ochsenbrücher, Bereichsleiter Finanzen Westerwald Bank eGEin Freitagvormittag im Februar. Im Terminplan: ein virtuelles Treffen zum ersten Workshop mit Bernd Ochsenbrücher, er ist Bereichsleiter Finanzen bei der Westerwald Bank. „Wir sind schon lange in Sachen Nachhaltigkeit aktiv“, so Ochsenbrücher, derzeit ist seine Bank bei der Pilotphase des BVR-Projekts „Nachhaltige Finanzen“ dabei. Ein wichtiger Bestandteil dieses Nachhaltigkeitsprojekts ist der CO2-Footprint einer Bank, also der ökologische Fußabdruck. „Wir waren gerade auf der Suche, wie wir eben diese Kennzahl ermitteln können, als die Anfrage vom DG VERLAG kam: Habt ihr Interesse an einer Lösung zu genau diesem Thema? Natürlich hatten wir, es passte gerade zu 100 Prozent.“

Innerhalb des DG VERLAGES hatten wir uns bereits seit einiger Zeit mit diesem Thema beschäftigt. Wie kann man relativ einfach herausfinden, wo eine Bank in Sachen Nachhaltigkeit – und konkret: beim CO2-Ausstoß – steht? Um dann Handlungsoptionen daraus abzuleiten? Eine Bank ist zwar kein Industriebetrieb, verursacht aber dennoch Emissionen im Geschäftsbetrieb, etwa durch Stromverbrauch, Fahrten zum Arbeitsplatz, Heizung, Papier und Abfall. Wie viel das ist, kann mit einem so genannten CO2-Footprint dargestellt werden: Er zeigt, wie viel produktive Land- und Wasserfläche benötigt wird, um die konsumierten Ressourcen zu produzieren und die Abfälle zu absorbieren. Um eben diesen Fußabdruck zu verkleinern, muss eine Bank allerdings zuerst einmal wissen, wo sie steht.

Dazu haben wir ein Online-Tool entwickelt, in das wir alle bekannten Daten der Bank hinsichtlich der eigenen Emissionen eingeben. Grundlage ist das weltweit anerkannte Greenhouse Gas Protocol, auf dem der VfU, der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. ein System für die Finanzwelt aufgebaut hat. „Wir hatten den großen Vorteil, dass wir 2020 ein großes Energieaudit hatten und deswegen schon viele Daten vorlagen“, so Bernd Ochsenbrücher. „Wir mussten nur noch einige wenige Zahlen nachrecherchieren. Ein Thema, das wir vorher zum Beispiel überhaupt nicht im Blick hatten, was das Thema Pendlerverkehr – also wie viel CO2-Ausstoß unsere Mitarbeitenden auf dem Weg ins Büro verursachen.“

Der zweite Workshop fand dann bereits eine Woche später statt. Das Ziel: eine weiterführende Strategie entwickeln, dieses Mal mit vier Teilnehmenden von der Westerwald Bank. Im DG VERLAG hatten wir inzwischen alle Kennzahlen in die Tabellen, die hinter dem Tool liegen, eingegeben. Daraus ergibt sich ein „Kuchen“, der grafisch die einzelnen Verbrauchsanteile zeigt. „Wir waren überrascht, dass der Pendlerverkehr tatsächlich auf Platz eins unserer Verbräuche liegt – gefolgt von Strom und Wärme“, so Bernd Ochsenbrücher. Das andere Ergebnis: Die Westerwald Bank hat 2019 insgesamt fast 2.000 Tonnen CO2 verbraucht, das sind umgerechnet etwa 4,5 Tonnen pro Kopf. „Wir wüssten nun gerne: Ist das viel oder wenig im Vergleich zu anderen Volksbanken und Raiffeisenbanken? Wir wünschen uns, dass viele Banken mitmachen, damit die Möglichkeit besteht, sich zu vergleichen und sich dazu auszutauschen.“

Und natürlich: um Parameter zu verbessern. Im CO2-Kalkulator kann man durch einfaches Verschieben von virtuellen Reglern simulieren, was bei welchen Reduktionen passieren würde. Welche Auswirkungen hätte eine Umstellung der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität? Zu 50 Prozent? Zu 100 Prozent? Was würde Öko-Strom bewirken, was die Reduktion des Papierverbrauchs? Im nächsten Schritt wird der DG VERLAG genau das gemeinsam mit der Westerwald Bank erarbeiten und sie bei der Umsetzung unterstützten. Die Westerwald Bank hat im Übrigen schon Ideen dazu, so Bernd Ochsenbrücher: „Wir möchten unsere Fahrzeugflotte zur Hälfte auf Elektromobilität umstellen, noch mehr Strom einsparen – und insgesamt unseren CO2-Ausstoß bis 2030 um 30 Prozent reduzieren.“

 

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